Verdauung beim Pferd im Herbst â FĂŒtterung richtig umstellen
Weniger Weide. Mehr Raufutter. KĂŒhlere Tage. Im Herbst verĂ€ndert sich fĂŒr dein Pferd mehr als nur das Wetter.

Der Oktober ist fĂŒr viele Pferde eine echte Ăbergangszeit. Das Gras wĂ€chst langsamer, das Futterangebot auf der Weide verĂ€ndert sich und Heu rĂŒckt wieder stĂ€rker in den Mittelpunkt.
Was dabei leicht ĂŒbersehen wird: Nicht nur die Temperaturen sinken â auch die tĂ€gliche FĂŒtterung stellt sich langsam auf die kalte Jahreszeit um.
Gerade diese Ăbergangsphase verdient Aufmerksamkeit. Denn das Verdauungssystem des Pferdes ist auf eine möglichst kontinuierliche Aufnahme von rohfaserreichem Futter ausgelegt.
Der Herbst ist deshalb ein guter Zeitpunkt, Raufutterversorgung, Fresspausen und Futterumstellungen einmal bewusst in den Blick zu nehmen.
đ Wenn aus SommerfĂŒtterung langsam WinterfĂŒtterung wird
Der Wechsel passiert nicht an einem bestimmten Tag.
Im SpĂ€tsommer und Herbst nimmt das Graswachstum nach und nach ab. Gleichzeitig wird wieder mehr Heu gefĂŒttert und die Zusammensetzung der tĂ€glichen Ration verĂ€ndert sich.
Dabei lohnt sich eine Frage, die schnell ĂŒbersehen wird:
Wie viel liefert die Weide eigentlich noch?
Eine grĂŒne FlĂ€che bedeutet nicht automatisch, dass dein Pferd dort noch dieselbe Futtermenge aufnimmt wie im Sommer.
Deshalb sollte zusÀtzliches Raufutter nicht erst dann zum Thema werden, wenn auf der Weide kaum noch etwas zu finden ist.
Beobachte nicht nur die Weide â beobachte dein Pferd.
Körperzustand, Fressverhalten und die tatsĂ€chlich verfĂŒgbare Futtermenge geben dir ein deutlich besseres Bild davon, wann die Ration angepasst werden sollte.
Raufutter bleibt die Basis
Egal zu welcher Jahreszeit: Raufutter bildet die Grundlage der PferdefĂŒtterung.
Im Herbst wird seine Bedeutung besonders sichtbar. Mit abnehmendem Weideangebot muss die Versorgung zunehmend ĂŒber geeignetes Raufutter sichergestellt werden.
Als allgemeine Orientierung werden hĂ€ufig etwa 1,5 bis 2 kg Raufutter je 100 kg Körpergewicht und Tag angesetzt. Dabei geht es um die gesamte Raufutterration â nicht automatisch um diese Menge an Heucobs.
Die tatsĂ€chlich passende Menge hĂ€ngt immer vom einzelnen Pferd und seiner gesamten FĂŒtterung ab.
Und noch etwas ist wichtig:
Nicht nur die Menge zĂ€hlt â auch die Verteilung ĂŒber den Tag.
Pferde sind darauf ausgelegt, ĂŒber viele Stunden hinweg immer wieder kleine Mengen rohfaserreichen Futters aufzunehmen. Lange Fresspausen passen nicht zu diesem natĂŒrlichen Fressverhalten.
Gerade wenn sich die Weidezeit verĂ€ndert, lohnt es sich deshalb, auch darauf zu achten, wann und wie lange deinem Pferd Raufutter zur VerfĂŒgung steht.
Futterumstellung: Lieber Schritt fĂŒr Schritt als von heute auf morgen
Im Herbst können mehrere VerÀnderungen gleichzeitig zusammenkommen.
Weniger Gras. Mehr Heu. Vielleicht ein anderes ErgÀnzungsfutter. Andere Mengen. Ein verÀnderter Tagesablauf.
FĂŒr uns wirkt das vielleicht wie eine normale saisonale Umstellung. FĂŒr die Verdauung des Pferdes sind es trotzdem VerĂ€nderungen.
Deshalb gilt:
Eine neue FĂŒtterung sollte möglichst nicht abrupt eingefĂŒhrt werden.
Gib deinem Pferd Zeit, sich an VerÀnderungen zu gewöhnen, und beobachte es wÀhrend der Umstellung aufmerksam.
Achte zum Beispiel auf:
â Appetit und Fressverhalten
â Kotkonsistenz und Kotabsatz
â Körperzustand und Gewichtsentwicklung
â allgemeines Wohlbefinden
â ausreichende Raufutteraufnahme
VerÀndert sich etwas deutlich oder zeigt dein Pferd Beschwerden, sollte die Ursache tierÀrztlich abgeklÀrt werden.
Heucobs â wenn die Raufutterration UnterstĂŒtzung braucht
Wenn das Weideangebot zurĂŒckgeht, können Heucobs eine praktische Möglichkeit sein, die Raufutterration zu ergĂ€nzen.
Unsere Maliwi Heucobs bestehen aus 100 % Heu. Sie können das vorhandene Raufutter ergĂ€nzen oder â abhĂ€ngig von der individuellen Rationsgestaltung â einen Teil davon ersetzen.
Gerade im Ăbergang von der Weide- zur WinterfĂŒtterung lĂ€sst sich die Raufutterversorgung damit gezielt anpassen.
Unsere Heucobs enthalten unter anderem:
â 25,3 % Rohfaser
â 6,7 % Gesamtzucker
â 2,4 % StĂ€rke
Wichtig dabei:
Heucobs sind kein Leckerli.
Sie sind ein Futtermittel zur ErgÀnzung der Raufutterration und sollten entsprechend in die gesamte Tagesration eingeplant werden.
Und vor der FĂŒtterung werden sie immer vollstĂ€ndig eingeweicht.
Erst wenn die Heucobs komplett aufgequollen sind und keine harten oder trockenen Stellen mehr vorhanden sind, werden sie verfĂŒttert.

Â
Du möchtest wissen, wie viel du fĂŒttern kannst, wie viel Wasser du benötigst und wie lange die Heucobs einweichen sollten?
â Im MaliWiki weiterlesen: Heucobs â FĂŒtterung, Menge & Einweichen
KĂ€lter heiĂt nicht: Wasser wird weniger wichtig
Im Sommer ist die Wasserversorgung offensichtlich. Es ist warm, das Pferd schwitzt â und der Blick auf die TrĂ€nke gehört selbstverstĂ€ndlich dazu.
Im Herbst kann das Thema schneller in den Hintergrund rĂŒcken.
Dabei bleibt Wasser ein zentraler Bestandteil der FĂŒtterung.
Besonders mit zunehmender Aufnahme von trockenerem Raufutter sollte jederzeit ausreichend frisches Wasser zur VerfĂŒgung stehen.
Deshalb lohnt sich auch im Oktober der regelmĂ€Ăige Blick auf TrĂ€nken und Wasserstellen.
Und wenn die ersten kalten NĂ€chte kommen, kommt ein weiterer Punkt dazu:
Funktionieren die TrÀnken auch bei sinkenden Temperaturen zuverlÀssig?
ErgÀnzungsfutter: Erst die Basis, dann das Extra
Im Herbst wĂ€chst hĂ€ufig auch das Interesse an KrĂ€utern, natĂŒrlichen ErgĂ€nzungen und besonderen Futtermitteln.
Das kann die FĂŒtterung sinnvoll ergĂ€nzen â aber die Reihenfolge sollte stimmen.
Eine ErgÀnzung bleibt eine ErgÀnzung.
Sie ersetzt weder eine passende Raufutterversorgung noch gleicht sie automatisch lange Fresspausen oder eine unausgewogene Gesamtration aus.
Deshalb lohnt sich vor dem Griff zum nÀchsten Zusatzfutter zuerst der Blick auf die Basis:
Bekommt mein Pferd ausreichend Raufutter?
Ist die Ration auf das Pferd abgestimmt?
Erfolgen VerÀnderungen langsam?
Steht ausreichend Wasser zur VerfĂŒgung?
Wenn diese Grundlage stimmt, können passende ErgÀnzungen gezielt ausgewÀhlt werden.
đ Und was ist mit dem Fellwechsel?
NatĂŒrlich lĂ€uft im Herbst noch etwas anderes auf Hochtouren:
der Fellwechsel.
WĂ€hrend das Sommerfell verschwindet und das Winterfell wĂ€chst, verĂ€ndert sich Ă€uĂerlich sichtbar eine ganze Menge.
Auch in dieser Zeit lohnt sich ein Blick auf eine ausgewogene GesamtfĂŒtterung. Aber weil der Fellwechsel ein eigenes groĂes Thema ist, haben wir ihm einen separaten Beitrag gewidmet.
Dort erfÀhrst du, was wÀhrend des Fellwechsels wichtig ist und welche Maliwi-Produkte du passend dazu einsetzen kannst.
â Im MaliWiki weiterlesen: Pferd im Fellwechsel unterstĂŒtzen
đ Dein FĂŒtterungs-Check fĂŒr den Oktober
Manchmal braucht es keinen komplizierten Futterplan, um Dinge zu entdecken, die im Alltag untergehen.
Nimm dir einmal bewusst ein paar Minuten Zeit und schau auf die aktuelle Situation:
â Wie viel Futter bietet die Weide tatsĂ€chlich noch?
â Bekommt mein Pferd ausreichend Raufutter?
â Gibt es lĂ€ngere Fresspausen?
â Habe ich die FĂŒtterung in den vergangenen Wochen verĂ€ndert?
â Erfolgen VerĂ€nderungen schrittweise?
â Trinkt mein Pferd ausreichend?
â Haben sich Kot, Appetit oder Körperzustand verĂ€ndert?
â Braucht mein Pferd die ErgĂ€nzungen, die es aktuell bekommt, tatsĂ€chlich?
Gerade der letzte Punkt ist spannend.
Denn eine gute HerbstfĂŒtterung bedeutet nicht automatisch, mehr in den Trog zu geben.
Manchmal bedeutet sie vor allem, genauer hinzuschauen und die vorhandene Ration sinnvoll an die neue Jahreszeit anzupassen.
Wenn die Verdauung empfindlich reagiert
Weicher Kot, VerĂ€nderungen beim Kotabsatz, auffĂ€lliges Fressverhalten oder wiederkehrende Verdauungsprobleme sollten nicht einfach als âtypisch Herbstâ abgetan werden.
Denn hinter solchen VerÀnderungen können ganz unterschiedliche Ursachen stecken.
Bei anhaltenden oder deutlichen Beschwerden gehört die UrsachenklÀrung deshalb in tierÀrztliche HÀnde.
Das ist auch wichtig, bevor wahllos verschiedene ErgÀnzungsfuttermittel ausprobiert werden.
Denn manchmal ist die sinnvollste VerĂ€nderung nicht ein weiteres Produkt â sondern zunĂ€chst herauszufinden, warum sich etwas verĂ€ndert hat.
Unser Maliwi-Herbstfazit đ
Im Herbst verĂ€ndert sich die PferdefĂŒtterung meist nicht auf einen Schlag, sondern Schritt fĂŒr Schritt.
Weniger Weide, mehr Raufutter und der Ăbergang zur WinterfĂŒtterung machen den Oktober deshalb zu einem guten Zeitpunkt fĂŒr einen FĂŒtterungs-Check.
Achte auf eine ausreichende Raufutterversorgung, vermeide abrupte Futterwechsel und behalte Wasseraufnahme, Fressverhalten und dein Pferd selbst im Blick.
Denn eine gute HerbstfĂŒtterung braucht nicht möglichst viele Extras.
Sie braucht eine starke Basis und VerÀnderungen, die zum Pferd passen.
â Pferdefutter & ErgĂ€nzungen entdecken
