EMS, Cushing & Hufrehe – welche Snacks sind für dein Pferd geeignet?
EMS, Cushing & Hufrehe – welche Snacks sind für dein Pferd geeignet?
Bewusst belohnen. Zucker und Stärke im Blick behalten.

Dein Pferd hat EMS, Cushing oder hatte bereits mit Hufrehe zu tun – und du fragst dich: Darf es überhaupt noch Leckerlis bekommen? Und wenn ja, welche?
Gerade bei stoffwechselempfindlichen Pferden lohnt sich ein genauer Blick auf die Fütterung. Denn auch bei hochwertigen Snacks aus natürlichen Zutaten kommt es darauf an, wie Zucker und Stärke, die gefütterte Menge und die gesamte Tagesration zusammenspielen.
Entscheidend sind vor allem die Zusammensetzung, Zucker und Stärke, die gefütterte Menge und die gesamte Tagesration deines Pferdes.
Damit du weißt, worauf es ankommt, erklären wir dir zunächst die drei Begriffe – ganz ohne Fachchinesisch.
EMS, Cushing und Hufrehe – was bedeutet das eigentlich?
Die drei Begriffe werden häufig gemeinsam genannt, sind aber nicht dasselbe.
Was ist EMS?
EMS steht für Equines Metabolisches Syndrom und bezeichnet eine Stoffwechselstörung.
Eine zentrale Rolle spielt dabei häufig das Insulin. Insulin ist ein Hormon, das dem Körper unter anderem hilft, den Zucker aus dem Blut zu verarbeiten.
Bei EMS funktioniert diese Regulation nicht mehr normal. Der Körper kann beispielsweise nach der Aufnahme von Zucker oder Stärke zu viel Insulin ausschütten oder der Insulinspiegel bleibt zu lange erhöht. Fachleute sprechen dann von einer Insulindysregulation.
Das ist wichtig, weil dauerhaft beziehungsweise stark erhöhte Insulinwerte das Risiko für eine bestimmte Form der Hufrehe erhöhen können. Übergewicht und auffällige Fettpolster kommen bei EMS häufig vor – allerdings können auch normalgewichtige Pferde betroffen sein.
Was ist Cushing?
Was viele Pferdehalter als Cushing kennen, heißt beim Pferd heute meist PPID.
PPID ist eine hormonelle Erkrankung, die besonders bei älteren Pferden vorkommt. Auffällig sein können beispielsweise ein ungewöhnlich langes Fell oder ein verzögerter Fellwechsel, vermehrtes Schwitzen und der Abbau von Muskulatur.
Wichtig: Cushing/PPID und EMS sind nicht dasselbe.
Ein Pferd mit PPID kann aber zusätzlich eine gestörte Insulinregulation entwickeln. Genau dann wird auch das Hufreherisiko besonders relevant. Deshalb sollte bei PPID auch der Insulinstoffwechsel berücksichtigt werden.
Was ist Hufrehe?
Bei einer Hufrehe entzünden und schädigen sich wichtige Strukturen im Huf. Für das Pferd ist das sehr schmerzhaft und häufig zeigt sich die Erkrankung durch deutliche Lahmheit oder eine ungewöhnliche Entlastungshaltung.
Die Auslöser können unterschiedlich sein. Unter anderem können Stoffwechselprobleme und eine gestörte Insulinregulation eine Rolle spielen. Deshalb ist bei gefährdeten Pferden auch die Fütterung ein wichtiger Punkt.
Besonders Zucker und Stärke sollten dabei nicht isoliert betrachtet werden: Entscheidend ist immer, was das Pferd über die gesamte Tagesration aufnimmt – einschließlich Leckerlis.
Kurz gesagt:
EMS → Stoffwechselstörung, bei der die Insulinregulation eine zentrale Rolle spielt.
Cushing/PPID → hormonelle Erkrankung, besonders bei älteren Pferden.
Hufrehe → schmerzhafte Erkrankung des Hufes, die unter anderem durch Stoffwechselprobleme begünstigt werden kann.
Woran kann man EMS erkennen?
EMS ist einem Pferd nicht immer anzusehen. Häufig fallen jedoch Übergewicht oder deutliche Fettpolster auf – zum Beispiel ein ausgeprägter Fettkamm am Hals. Manche Pferde entwickeln außerdem wiederholt Hufrehe. Wichtig ist aber: Auch normalgewichtige Pferde können eine Insulindysregulation haben.
Ob tatsächlich EMS beziehungsweise eine Insulindysregulation vorliegt, lässt sich deshalb nicht allein am Aussehen feststellen. Dafür sind eine tierärztliche Untersuchung und entsprechende Tests des Insulinstoffwechsels notwendig.
Woran kann man Cushing/PPID erkennen?
PPID betrifft vor allem ältere Pferde und kann sich deutlicher bemerkbar machen. Typische Hinweise sind beispielsweise:
✓ ungewöhnlich langes oder lockiges Fell
✓ verzögerter oder unvollständiger Fellwechsel
✓ vermehrtes Schwitzen
✓ Muskelabbau und ein veränderter Körperbau
✓ vermehrtes Trinken und Urinieren
✓ wiederkehrende Infektionen oder Hufabszesse
Nicht jedes Pferd zeigt alle diese Anzeichen. Besteht ein Verdacht auf PPID, sollte die Diagnose tierärztlich abgeklärt werden.
Woran erkennt man eine Hufrehe?
Eine Hufrehe macht sich dagegen häufig durch Schmerzen und Veränderungen beim Stehen oder Laufen bemerkbar. Betroffene Pferde können sehr steif und kurztrittig laufen, ungern vorwärtsgehen oder versuchen, die schmerzenden Hufe zu entlasten.
Sind vor allem die Vorderhufe betroffen, stellen manche Pferde die Vorderbeine auffällig nach vorne und verlagern ihr Gewicht stärker auf die Hinterhand. Auch warme Hufe und ein deutlich fühlbarer, kräftiger Puls an den Gliedmaßen können auftreten.
Bei einer länger bestehenden Hufrehe können zusätzlich Veränderungen am Huf sichtbar werden, beispielsweise auffällige Wachstumsringe oder eine veränderte Hufform. Solche Veränderungen sind jedoch kein zuverlässiges Mittel zur Selbstdiagnose.
Bei Verdacht auf eine akute Hufrehe sollte sofort ein Tierarzt hinzugezogen werden, da sich der Zustand des Hufes schnell verschlechtern kann.

Warum spielen Zucker und Stärke bei EMS eine wichtige Rolle?
Zucker und Stärke gehören zu den Kohlenhydraten im Pferdefutter.
Nach ihrer Aufnahme reagiert der Körper unter anderem mit der Ausschüttung von Insulin. Bei einem gesunden Pferd gehört das zum normalen Stoffwechsel. Bei einem Pferd mit gestörter Insulinregulation kann diese Reaktion jedoch deutlich stärker ausfallen.
Deshalb gehört eine kontrollierte Aufnahme leicht verfügbarer Kohlenhydrate zu den wichtigsten Bestandteilen des Fütterungsmanagements bei EMS und Insulindysregulation.
Dabei geht es aber nicht nur um Leckerlis.
Heu, Weidegras, Kraftfutter, Ergänzungsfutter und Snacks bilden zusammen die Tagesration. Gerade das Raufutter spielt eine große Rolle, weil dein Pferd davon wesentlich größere Mengen frisst als von einem Leckerli.
Ein Snack sollte deshalb immer zur gesamten Fütterung passen.
Natürliche Zutaten – bei Stoffwechselproblemen zählt auch die Analyse
Bei Maliwi setzen wir auf natürliche Zutaten und transparente Zusammensetzungen.
Bei Pferden mit EMS oder einer gestörten Insulinregulation lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die analytischen Bestandteile. Denn auch natürliche Zutaten wie Obst oder Gemüse enthalten von Natur aus Zucker.
Durch das Trocknen wird den Zutaten Wasser entzogen. Dadurch liegen ihre natürlichen Bestandteile in konzentrierterer Form vor – das gehört ganz normal zu getrockneten Produkten.
Für die Fütterung eines stoffwechselempfindlichen Pferdes sind deshalb nicht nur die Zutaten entscheidend, sondern auch Zucker und Stärke, die gefütterte Menge und die gesamte Tagesration.
Bei Maliwi legen wir Wert auf transparente Zutaten und Analysewerte, damit du die Fütterung deines Pferdes bewusst darauf abstimmen kannst.
Darf mein Pferd noch Leckerlis bekommen?
Das hängt davon ab, welche Erkrankung vorliegt und ob die Insulinregulation deines Pferdes gestört ist.
Besonders bei EMS oder einer bekannten Insulinstörung müssen auch Leckerlis in die Fütterungsplanung einbezogen werden. Dabei zählt nicht nur der Zuckergehalt: Auch Stärke, die gefütterte Menge und die gesamte Tagesration spielen eine Rolle.
Worauf solltest du achten?
✓ Zucker und Stärke gemeinsam betrachten
✓ die tatsächlich gefütterte Menge berücksichtigen
✓ Leckerlis als Teil der gesamten Tagesration sehen
✓ die individuelle Erkrankung deines Pferdes berücksichtigen
Bei EMS oder einer Insulinstörung kann eine sehr konsequente Begrenzung notwendig sein. Bei PPID/Cushing ohne Insulinstörung gelten dagegen nicht automatisch dieselben Einschränkungen. Und nach einer Hufrehe kommt es auch darauf an, wodurch sie ausgelöst wurde.
Auch bei natürlichen Snacks sollte nicht allein die Zutat darüber entscheiden, ob sie für ein stoffwechselempfindliches Pferd infrage kommen. Entscheidend sind Zucker und Stärke, die gefütterte Menge und die individuelle Fütterungssituation.
Bei unseren natürlichen Maliwi-Leckerlis gilt: Entscheidend ist nicht allein die Zutat. Schau bei einem stoffwechselempfindlichen Pferd auf die Analysewerte, die gefütterte Menge und die gesamte Tagesration.
Und was ist mit Heucobs?
Unsere Heucobs sind kein Leckerli, sondern ein Futtermittel aus 100 % Heu. Sie werden vor der Fütterung vollständig eingeweicht und können die Raufutterration ergänzen.
Mit 6,7 % Gesamtzucker und 2,4 % Stärke sind die Werte transparent ausgewiesen. Gerade bei Pferden mit EMS, Cushing/PPID oder Hufrehe ist das wichtig, weil Zucker und Stärke bei der Zusammenstellung der gesamten Ration berücksichtigt werden.
Unsere Heucobs können auch Bestandteil der Fütterung von Pferden mit EMS, Cushing/PPID oder Hufrehe sein.
Wichtig: Die Heucobs vor der Fütterung immer vollständig einweichen.
Unser Maliwi-Fazit
Bei EMS, Cushing/PPID oder nach einer Hufrehe gibt es keine pauschale Leckerli-Regel, die für jedes Pferd gleichermaßen passt.
Entscheidend sind die genaue Erkrankung, eine mögliche Insulinstörung und die gesamte Fütterung. Bei Leckerlis solltest du deshalb Zucker und Stärke, die gefütterte Menge und die gesamte Tagesration gemeinsam betrachten.
Bei diagnostiziertem EMS, einer Insulinstörung oder Hufrehe sollte die Fütterung individuell mit dem Tierarzt oder einer qualifizierten Fütterungsberatung abgestimmt werden.
Denn am Ende geht es nicht darum, deinem Pferd jede Belohnung zu nehmen, sondern bewusst auszuwählen, was zu deinem Pferd und seiner Fütterung passt.
